Meine Kunst ist eine Lüge, meine Arbeiten sind Fälschungen von Kunstwerken, die nie existiert haben.

Es soll offen bleiben, ob meine Kunstwerke aus der Vergangenheit stammen oder nicht. Auf der einen Seite erscheinen meine Kunstwerke als Artefakte, durch die Zeit gealtert. Aber zur gleichen Zeit versuche ich, ihnen sich widersprechende Attribute dergestalt mitzugeben, dass sie weder tatsächlich der Vergangenheit aber offensichtlich auch nicht der Gegenwart zugehörig erscheinen.

Diese Artefakte können verstanden werden als Fundsachen / ‘objet trouvé’, dem Entertainment oder der Stimulierung des Betrachters dienend. In der Erwartung, dass ein Diskurs zwischen beiden in Gang gesetzt wird. Jedes Kunstwerk ist Teil einer Theateraufführung, in der der Künstler, als Darsteller fungiert, eine Rolle spielt, die den Betrachter dazu inspirieren will, ihm zu folgen, sei es in Kontemplation, Erregung, Grauen oder sogar Mystery.

Der Gebrauch bekannter Formen und Regeln der Kunst ist der beste Weg, um einen derartigen Diskurs in Gang zu setzen. Vergleichbar mit dem Unterwegssein in einem fremden Land – wie begrüßt man sich? Gibt man sich die Hand? Umarmt man sich? Oder küsst man sich vielleicht?

Solche bekannten Wege, mit anderen in Kontakt zu treten, bekannte Wege sich selbst vorzustellen und den anderen zu würdigen, können wunderbar sein und persönlich, aber sie werden kaum originell sein. Was aber, wenn uns jemand auf eine Art gegenübertritt, in der etwas “nicht richtig” ist? Es ist immer das Element, das nicht stimmt, das die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht, es ist eine Dissonanz, wie eine abstoßende Warze in einem schönen Gesicht.

Ich spiele ein Spiel mit dem Betrachter durch das Benutzen scheinbar bekannter Formen, durch das Nachahmen der Sprache, der Grammatik vergangener Zeiten. Aber gleichzeitig suche ich Dissonanten.

Meine Arbeiten sind beeinflusst von Science Fiction und Archäologie. Ich bin inspiriert von der menschlichen Geschichte und dem was uns fremd ist, das Unvorstellbare, das Alienhafte.

Meine Frage ist, was wir brauchen bevor wir überhaupt fähig sind, dem, von anderen Planeten kommenden Unvorstellbaren zu begegnen? Das was uns fremd ist, bringt unsere schlimmsten Tendenzen hervor. Das jedenfalls ist, was die Geschichte uns zeigt.

Und wer sagt, dass das Unvorstellbare von außen kommen muss? Es spielt keine Rolle, ob es außerirdisches Leben ist oder der nächste Schritt in unserer Evolution. Oder womöglich die Person, die in der U-Bahn neben mir steht. Kann sein, wir finden es irgendwann heraus.

Über mich

Meine Name ist Jeroen Goulooze, auch bekannt als ‘AlienSaints’

Als Künstler bin ich Autodidakt, hab aber einen Master in Allgemeinen Literaturwissenschaften mit ein Abschlussarbeit über Heiner Müllers ‘Hamletmaschine.’ Ich hab mich längere Zeit eher Schriftsteller genannt, und man konnte sagen, dass ich Kunst nach den Idealen in meiner Poetik schaffe.

Ich benutze meine eigenen Fotos als Basis für digitale Kunst (Bildbearbeitung / Compositing / Montage) und präsentiere sie in selbstgemachten Rahmen aus altem Holz mit handgemachten Ornamenten. Diese Ornamente sind aus selbst entwickeltem Papier Maché, welches inspiriert ist ausgehend von einer Rezeptur des alten industriellen Papier Maché aus dem 19. Jahrhundert.

Meine Werken sollen wirken wie alte Artefakte, gefunden in einer vergessenen Krypt irgendwann in der fernen Zukunft.

Ich bin 1963 in Hilversum (NL) geboren. Ich lebe und arbeite seit 2006 in Berlin.

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